Der heutige Rebbauer empfindet wieder bei seiner Arbeit die Atmosphäre der Verbundenheit zwischen Mensch und Erde, zwischen Mensch und Natur. Die Weinberge in ihrer Form und Anordnung gehorchen weniger der agronomischen Doktrin der Bücher, sondern vielmehr dem Wissen unserer Vorfahren, die auch ohne Chemie die richtigen Werte und Notwendigkeiten ihrer Landgüter abzuschätzen wussten. Sie konnten somit sogar ihren Reben den richtigen, geeigneten Name zuteilen.

Das Aufziehen der Reben ist ja nicht irgendeine Arbeit. Die Reben muss man erziehen, wie ein Geschöpf, jede für sich. Der Weizen wächst wie alle Kräuter so wie er will; ein Baum dagegen kann man modellieren, solange er klein ist, später wenn er ausgewachsen ist, macht er was er will.

Die Rebe dagegen, ist immer auf der richtigen Höhe, so kann der Rebbauer beim Zurückschneiden ihr ins „Gesicht „schauen und dann entscheiden wo er schneiden oder öffnen will. Er wird sich bei der Traubenlese daran erinnern und sich fast immer bestätigt sehen in den Entscheidungen, die er vor Monaten getroffen hat. Manchmal überlegt er dann etwas anders vorzugehen, einen anderen Weg zu versuchen.

Das Ausprobieren und Versuchen sind übrigens schon immer das tägliche Brot des Rebbauers gewesen, früher und heute erst recht. Die Verschiedenheit der Böden und der Rebsorten, die Veränderungen der Jahreszeiten zwingen den Bauern den Fortschritt des neuen Jahrgangs aus der Nähe und sehr fleissig zu beobachten um Problemen vorzubeugen und die Behandlungen anzupassen, immer unerschütterlich überzeugt, dass der Wein schon im Weinberg gemacht wird. Darum züchten die Gebrüder Antolini für ihre Reben sogar Weiden, um das notwendige Bindmaterial vorhanden zu haben.